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Analyse der Studie: Work Breakdown Structure and Timely Delivery of Project

  • vor 2 Stunden
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Empirische Untersuchung zum Einfluss des Projektstrukturplans auf die termingerechte Projektabwicklung innerhalb einer Organisation


Inhalt



Von wann ist die Studie?


Die Studie wurde im Jahr 2022 im LASU Journal of Transport (Vol. 4, No. 1) veröffentlicht. Die Datenerhebung basiert auf einer Feldstudie aus dem Jahr 2021, was darauf hindeutet, dass die Ergebnisse relativ zeitnah zur Veröffentlichung erhoben wurden.




Wer hat die Studie veröffentlicht (Institution & Person)?


Die Untersuchung wurde von Pelumi Rukayat O., Prof. Olateju O. I., Oshin Idris I. und Odukaiye Waliu G. durchgeführt. Alle Autoren sind dem Department of Management Technology der Lagos State University (Nigeria) zugeordnet.



Projektstrukturplan



Was wurde untersucht (Inhalt & Datengrundlage)?


Ziel der Studie war es, den Einfluss der Work Breakdown Structure (WBS) auf die termingerechte Projektabwicklung zu untersuchen. Konkret wurde analysiert, ob der Einsatz einer WBS die Wahrscheinlichkeit erhöht, Projekte innerhalb der geplanten Zeit fertigzustellen.


Als Datengrundlage dienten 40 Fachkräfte aus der Abteilung für Bau- und Infrastrukturplanung der Lagos State University in Nigeria. Damit stammen sämtliche Befragten aus einer einzigen Organisation – konkret der Lagos State University. Gemeint ist also keine einzelne Baustelle oder ein einzelnes Projekt, sondern die gesamte Universität als Auftraggeber- und Betreiberorganisation mit mehreren parallel laufenden Bau- und Infrastrukturprojekten. Zu den Teilnehmenden gehörten unter anderem drei Planungsbeauftragte, 14 Ingenieure, drei Projektmanager sowie 20 Facharbeiter.


Die Auswahl erfolgte gezielt (purposive sampling), da ihre beruflichen Aufgaben unmittelbar mit der Planung, Steuerung und Umsetzung von Bau- und Infrastrukturprojekten verbunden sind.




Welche Methoden wurden angewendet?


Die Studie folgt einem quantitativen Survey-Design. Daten wurden mittels strukturierter Fragebögen erhoben, die überwiegend geschlossene Fragen enthielten, um eine statistische Auswertung zu ermöglichen.


Zur Hypothesenprüfung nutzten die Autoren eine Regressionsanalyse mit SPSS sowie ergänzend Prozent- und deskriptive Analysen. Dabei wurde die WBS als unabhängige Variable und die termingerechte Projektabwicklung als abhängige Variable modelliert.




Was ist das zentrale (gemessene) Ergebnis?


Das zentrale Ergebnis bedeutet vereinfacht: Je strukturierter ein Projekt mithilfe einer Work Breakdown Structure geplant wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es termingerecht abgeschlossen wird.


Der Korrelationswert von 0,513 weist dabei auf einen mittelstarken Zusammenhang hin – die WBS ist also nicht der einzige Erfolgsfaktor, hat aber einen klar messbaren Einfluss. Vereinfacht gesagt: Projekte mit einer stärker ausgeprägten Projektstrukturplanung werden tendenziell häufiger termingerecht abgeschlossen als Projekte mit geringerer struktureller Planung.



Was ist das deskriptive Ergebnis?


Die deskriptiven Ergebnisse zeigen zunächst vor allem die Wahrnehmung der Befragten.


Eine große Mehrheit schreibt der WBS einen positiven Nutzen zu: 84,2 Prozent der Befragten stimmen zu, dass WBS notwendig ist, um Projekte termingerecht abzuschließen.


100 Prozent sehen eine Verbesserung der Stakeholder-Zufriedenheit.


Ebenfalls 84,2 Prozent erkennen eine effizientere Ressourcennutzung, während 63,2 Prozent eine Verbesserung der Kommunikation im Projektteam bestätigen.


Diese Ergebnisse unterscheiden sich vom zuvor dargestellten Kernergebnis: Während die Korrelation und Regression einen statistischen Zusammenhang messen, zeigen die deskriptiven Werte in erster Linie, wie stark Fachkräfte an den Nutzen der WBS glauben.


Anders formuliert: Das Kernergebnis beantwortet die Frage „Gibt es einen messbaren Effekt?“, die deskriptiven Ergebnisse beantworten die Frage „Wie wird der Effekt in der Praxis wahrgenommen?“.


Darüber hinaus stimmen 76,3 Prozent zu, dass der Einsatz einer WBS Projektverzögerungen reduziert.


Die anschließende Regressionsanalyse geht einen Schritt weiter und prüft diesen angenommenen Nutzen statistisch. Sie zeigt, dass die WBS tatsächlich ein signifikanter Prädiktor für termingerechte Lieferung ist. Das bedeutet: Mit zunehmender struktureller Projektplanung steigt statistisch die Wahrscheinlichkeit einer pünktlichen Fertigstellung.


In Kombination ergibt sich damit ein stimmiges Bild: Die Praktiker berichten von positiven Erfahrungen mit der WBS, und die statistische Analyse liefert Hinweise darauf, dass diese Wahrnehmung zumindest teilweise durch messbare Effekte gestützt wird. Die Autoren folgern daher, dass fundierte Kenntnisse über Projektmanagement-Tools – insbesondere die WBS – zur Steigerung der Erfolgsquote von Bauprojekten beitragen können.




Wie bekannt/renomiert ist die Studie?


Die Studie erschien in einem universitätsnahen Fachjournal und behandelt ein klar abgegrenztes Praxisfeld (Bauprojekte an einer Hochschule). Sie liefert empirische Evidenz, ist jedoch eher im Kontext regionaler beziehungsweise institutioneller Forschung einzuordnen als in der internationalen Top-Tier-Projektmanagementforschung.


Positiv hervorzuheben ist der quantitative Ansatz mit Hypothesentest sowie die Einbettung in bestehende Projektmanagementliteratur (zum Beispiel PMBOK). Gleichzeitig fehlen Hinweise auf eine breite internationale Rezeption oder hohe Zitierhäufigkeit.




Welche Kritik gibt es an der Studie?


Trotz ihrer Aussagekraft weist die Untersuchung mehrere typische Limitationen auf.

Begrenzte Stichprobe: Mit nur 40 Befragten aus einer einzigen Organisation ist die Generalisierbarkeit eingeschränkt.


Kontextabhängigkeit: Der Fokus auf Bau- und Infrastrukturprojekte einer Universität reduziert die Übertragbarkeit auf andere Branchen oder Projektarten.


Selbstauskunft: Die Datenerhebung basiert auf Fragebögen, wodurch Wahrnehmungs- und Zustimmungseffekte möglich sind.


Erklärungsanteil: Obwohl ein signifikanter Zusammenhang festgestellt wurde, erklärt die WBS lediglich rund ein Viertel der Varianz – weitere Erfolgsfaktoren bleiben unberücksichtigt.


Projektstrukturplan



Fazit


Die Studie liefert empirische Hinweise darauf, dass die Work Breakdown Structure ein relevanter Einflussfaktor für die termingerechte Projektabwicklung sein kann. Gleichzeitig sollte das Ergebnis aufgrund der begrenzten Stichprobe und des spezifischen Anwendungskontexts vorsichtig interpretiert werden. Für Forschung und Praxis deutet sie jedoch darauf hin, dass eine strukturierte Projektzerlegung ein messbarer Hebel zur Verbesserung der Projektdurchführung sein kann.


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