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KI im Projektmanagement

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Einordnung POM

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist im Project Operation Model kein eigenständiges Methodenelement, sondern ein querschnittliches Unterstützungsinstrument über alle Phasen hinweg. KI wirkt insbesondere als Beschleuniger in der Projektentscheidung, im Projektentwurf sowie in der Projektplanung und -steuerung, indem sie Analyse-, Strukturierungs- und Kommunikationsaufgaben unterstützt. Ihr Nutzen entfaltet sich dort, wo Projekte komplex, datenreich und stark kontextabhängig sind – also genau in den Bereichen, die das POM systematisch adressiert.

Warum KI im PM?

Projektmanagement ist zunehmend von hoher Komplexität, Informationsdichte und Dynamik geprägt. KI hilft bereits heute dabei, diese Komplexität handhabbar zu machen, indem sie große Informationsmengen schnell strukturiert, Zusammenhänge sichtbar macht und Routineaufgaben automatisiert. Dadurch gewinnt das Projektmanagement Zeit für die eigentlichen Kernaufgaben: Entscheidungsfindung, Kommunikation, Führung und Steuerung. KI ist damit weniger ein Effizienztool, sondern ein Entlastungs- und Fokusinstrument.

Welches Potenzial hat KI für das Projektmanagement?

Das eigentliche Potenzial von KI liegt in ihrer Fähigkeit, Muster, Wechselwirkungen und Frühindikatoren in Projekten zu erkennen. Perspektivisch kann KI Projekte nicht nur dokumentieren oder planen, sondern Risiken antizipieren, Szenarien simulieren und Inkonsistenzen zwischen Zielen, Vorgehen und organisationalem Kontext aufzeigen. Damit entwickelt sich KI von einem operativen Assistenten hin zu einem kontextsensitiven Entscheidungsunterstützer, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen.

Expertise

Für den sinnvollen Einsatz von KI braucht es weniger Programmierkenntnisse als vielmehr methodische Klarheit und Kontextverständnis. Projektmanager:innen sollten in der Lage sein, präzise Fragestellungen zu formulieren, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und KI-Outputs fachlich einzuordnen. Entscheidend sind Kompetenzen in Projektmethodik, Systemdenken, Datenverständnis sowie ethische und rechtliche Grundkenntnisse. KI verstärkt bestehende Fähigkeiten – sie ersetzt sie nicht.

Wechselwirkung zwischen KI und Organisationskultur

Eine offene, lernorientierte und transparente Organisationskultur begünstigt den erfolgreichen Einsatz von KI erheblich. Wo Vertrauen, Fehleroffenheit und Dialog gefördert werden, wird KI als Unterstützung wahrgenommen. In stark hierarchischen, kontrollorientierten Kulturen besteht hingegen die Gefahr, dass KI als Überwachungsinstrument oder Bedrohung interpretiert wird. Umgekehrt kann der reflektierte Einsatz von KI eine Kultur der datenbasierten Entscheidungen, Transparenz und kontinuierlichen Verbesserung stärken.

Potenzielle Probleme

Zentrale Risiken liegen in einer unkritischen Übernahme von KI-Ergebnissen, mangelhafter Datenqualität und fehlender Transparenz über Annahmen und Grenzen der Modelle. Zudem besteht die Gefahr, Verantwortung schleichend an KI abzugeben oder soziale und kulturelle Aspekte von Projekten zu unterschätzen. Ohne klare Governance, Rollenklärung und ethische Leitplanken kann KI mehr Verwirrung als Nutzen stiften – insbesondere in sensiblen Entscheidungsphasen.

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