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Konformitätsanalyse

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Einordnung POM

Die Konformitätsanalyse ist ein wichtiges Element der Projektvorbereitung innerhalb des Project Operation Models (POM) und dient dazu, die Übereinstimmung der geplanten Projektabläufe, Strukturen und Ergebnisse mit festgelegten Standards, Normen und Regeln sicherzustellen. Sie betrachtet dabei regulatorische Anforderungen (z. B. Gesetze, Richtlinien, Zertifizierungsauflagen), unternehmensinterne Vorgaben (z. B. Prozesshandbücher, Compliance-Regeln, Qualitätsrichtlinien) sowie projektspezifische Standards, wie sie beispielsweise durch das PMO definiert sind. Ziel ist es, bereits vor Projektstart Transparenz über notwendige Konformitätsanforderungen zu schaffen und sicherzustellen, dass das Projekt regelkonform, revisionssicher und nachhaltig aufgesetzt wird.

Warum Konformitätsanalyse?

Der Mehrwert einer Konformitätsanalyse liegt darin, Risiken durch Regel- oder Normverletzungen frühzeitig zu vermeiden. Verstöße gegen Gesetze, interne Regularien oder projektbezogene Standards können erhebliche Konsequenzen haben — von Qualitätsproblemen und Reibungsverlusten bis hin zu rechtlichen Risiken, Reputationsschäden oder Projektstopps. Eine systematische Konformitätsprüfung schafft Klarheit über verbindliche Rahmenbedingungen, stärkt die Governance-Struktur und sorgt dafür, dass Entscheidungen und Abläufe transparent, nachvollziehbar und regelkonform gestaltet werden. Damit trägt sie wesentlich zu Professionalität, Sicherheit und Verlässlichkeit in der Projektumsetzung bei.

Inhalt der Konformitätsanalyse

Die Konformitätsanalyse umfasst die strukturierte Identifikation, Bewertung und Dokumentation aller relevanten externen und internen Anforderungen, die für das Projekt gelten. Dazu gehören insbesondere:

  • Regulatorische Konformität:
    Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, Normen, Zertifizierungsrichtlinien, branchenspezifischer Standards oder behördlicher Auflagen.

  • Unternehmensinterne Konformität:
    Übereinstimmung mit internen Richtlinien, Compliance-Regeln, Qualitätsmanagement-Systemen, Sicherheits- und Datenschutzvorgaben.

  • Projektbezogene Konformität:
    Sicherstellung der Einhaltung von PMO-Standards, Governance-Festlegungen, PM-Methodik, Reporting-Strukturen und Entscheidungswegen.

Ergänzend werden Abweichungsrisiken identifiziert, Verantwortlichkeiten definiert und Maßnahmen formuliert, um Konformität über die gesamte Projektdauer sicherzustellen. Idealerweise erfolgt dies in enger Abstimmung mit Rechtsabteilung, Compliance-Funktionen, PMO, Qualitätsmanagement und Fachbereichen.

Randbedingungen

Die Konformitätsanalyse sollte frühzeitig in der Projektvorbereitungsphase durchgeführt werden — bevor verbindliche Planungen, Verträge oder technische Lösungen finalisiert werden. Sie richtet sich an Projektleitung, Auftraggeber, PMO sowie zentrale Governance- und Compliance-Funktionen. Voraussetzung ist die Offenheit, bestehende Projektansätze gegebenenfalls anzupassen, wenn Konformitätsanforderungen dies erforderlich machen. Besonders in regulierten Branchen (z. B. Luftfahrt, Telekommunikation, Medizintechnik, Finanzwirtschaft) ist dieser Schritt essenziell.

Wer führt die Konformitätsanalyse durch?

Die Konformitätsanalyse wird in der Regel durch die Projektleitung in Zusammenarbeit mit zentralen Governance-Einheiten durchgeführt — beispielsweise Compliance-Abteilung, Rechtsberatung, Qualitätsmanagement oder PMO. In stark regulierten oder hochkritischen Projekten können zusätzlich externe Prüfer oder zertifizierende Stellen einbezogen werden. Wichtig ist, dass fachliche, rechtliche und methodische Expertise zusammengeführt wird, um die Anforderungen korrekt zu interpretieren und praxisnah umzusetzen.

Potenzielle Probleme

Herausforderungen entstehen häufig, wenn Konformitätsanforderungen zu spät erkannt oder nur oberflächlich betrachtet werden. Dies kann zu nachträglichen Anpassungen, Verzögerungen oder formalen Verstößen führen. Kritisch ist auch, wenn Anforderungen zwar bekannt sind, aber keine klare Verantwortung für deren Überwachung besteht oder Konformität als reine Formalität betrachtet wird. Problematisch wird es ebenfalls, wenn Vorgaben widersprüchlich, intransparent oder nicht in die operativen Prozesse übersetzt sind — dann entstehen Grauzonen, die Unsicherheit und inkonsistentes Handeln fördern.
Fehlt die Bereitschaft, Projektentscheidungen an verbindlichen Standards auszurichten, bleibt Konformität ein reines Papierthema — mit entsprechend hohem Risiko für Organisation und Projekt.

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