Externer Support
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Einordnung POM
Externer Support ist ein unterstützendes Element der Projektdurchführungsphase innerhalb des Project Operation Models (POM). Er beschreibt den gezielten Einsatz externer Expertise, Beratung oder operativer Unterstützung, um das Projekt inhaltlich, methodisch oder organisatorisch zu stärken. Dies kann sich sowohl auf Projektmanagementmethoden und -rollen, angewendete Tools, kulturelle Fragestellungen, projektspezifische Analysen als auch auf die operative Projektarbeit selbst beziehen.
Der Einsatz externer Unterstützung verfolgt das Ziel, Kompetenzlücken zu schließen, Komplexität zu bewältigen, Neutralität in Entscheidungsprozessen zu sichern und Projektergebnisse qualitativ zu verbessern — insbesondere dann, wenn internes Know-how oder Kapazitäten begrenzt sind.
Warum Externer Support?
Der Mehrwert von externem Support liegt darin, dass Projekte flexibel auf zusätzliche Expertise zugreifen können, ohne langfristige Strukturen aufbauen zu müssen. Externe Expert:innen bringen häufig einen objektiven Blick, spezialisierte Fachkenntnisse, Best Practices aus anderen Organisationen sowie methodische Professionalität ein.
So können kritische Projektsituationen stabilisiert, Entscheidungsfindungen unterstützt, Risiken reduziert und Qualität sowie Geschwindigkeit der Umsetzung gesteigert werden. Besonders in komplexen, innovations- oder transformationsgetriebenen Projekten ist externer Support ein wirkungsvoller Hebel, um handlungsfähig zu bleiben und den Projekterfolg nachhaltig abzusichern.
Beispiele für Externen Support
Externer Support kann — abhängig von Kontext und Bedarf — sehr unterschiedliche Formen annehmen, unter anderem:
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Methodische Unterstützung im Projektmanagement
z. B. agile Coaches, PMO-Beratung, Einführung oder Optimierung von PM-Standards, Review von Projektvorgehen und Governance-Strukturen. -
Rollenbasierte Unterstützung
z. B. Interim-Projektleitung, externe Scrum Master, Product Owner, PMO-Rollen, Fachexperten oder Moderation kritischer Workshops. -
Tool- und Systemunterstützung
z. B. Einführung, Konfiguration und Schulung von Tools wie Jira, DevOps, Confluence, Reporting- oder Planungssystemen. -
Kulturelle und organisationale Begleitung
z. B. Change-Beratung, Teamentwicklung, Konfliktmoderation, Unterstützung beim Aufbau einer konstruktiven, lernorientierten Zusammenarbeit. -
Projektspezifische Analysen und Gutachten
z. B. Risikoanalysen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, technische Reviews, Qualitätssicherungsprüfungen, Audits. -
Operative Unterstützung in der Umsetzung
z. B. Fachberatung, Entwicklungsleistungen, Bau- oder Engineering-Leistungen, Test- oder Dokumentationssupport.
Gemeinsam ist allen Formen: Externer Support ergänzt, ersetzt aber nicht die Verantwortung der Projektorganisation.
Potenzielle Probleme mit Externem Support
Herausforderungen entstehen häufig, wenn externer Support unklar eingebunden oder falsch verstanden wird. Typische Risiken sind:
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Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten
Wenn nicht eindeutig definiert ist, wer entscheidet, steuert oder verantwortet, entstehen Reibungen und Doppelstrukturen. -
Abhängigkeit von externem Know-how
Fehlt der gezielte Wissenstransfer, bleibt Kompetenz dauerhaft außerhalb der Organisation. -
Widerstände im Team
Externe Unterstützung kann Unsicherheit, Konkurrenzdenken oder Verteidigungshaltung auslösen — insbesondere ohne transparente Kommunikation. -
Kulturelle oder kommunikative Missverständnisse
Wenn externe Partner Organisation und Kontext nicht verstehen, kann gut gemeinte Unterstützung ins Leere laufen. -
Fokus auf Formalität statt Nutzen
Wird Support nur zur „Absicherung“ eingekauft, ohne echten Lern- oder Entwicklungswillen, verpufft die Wirkung. -
Kosten-Nutzen-Ungleichgewicht
Wenn Ziele, Umfang und Erwartungen nicht klar sind, entstehen unnötige Aufwände.
Kritisch wird es vor allem dann, wenn externer Support versucht, die eigentliche Führungs- und Projektverantwortung zu ersetzen, statt sie zu ergänzen — oder wenn interne Stakeholder nicht aktiv einbezogen werden. Erfolgreich wird externer Support dann, wenn er gezielt, transparent, wertschätzend und mit klarem Lernfokus eingesetzt wird.






