Rollen-Training
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Einordnung POM
Das Rollen-Training ist ein Element der Projektvorbereitung innerhalb des Project Operation Models (POM) und dient dazu, Klarheit über Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse im Projekt zu schaffen. Es vermittelt die spezifischen Erwartungen an Rollen wie Product Owner, Scrum Master, Projektleiter, Projektteammitglied oder PMO und grenzt diese voneinander ab. Ziel ist es, ein gemeinsames oder individuelles Rollenverständnis aufzubauen, Überschneidungen und Unklarheiten zu vermeiden und damit die Effizienz und Verlässlichkeit in der Projektarbeit deutlich zu erhöhen.
Warum Rollen-Training?
Der Mehrwert eines Rollentrainings liegt darin, dass es Transparenz über Zuständigkeiten schafft, Missverständnisse reduziert und die Zusammenarbeit im Projekt strukturiert. Gerade in Organisationen, in denen mehrere Rollen parallel existieren oder neue Rollen eingeführt werden, unterstützt das Training dabei, Verantwortlichkeiten sauber zu definieren und Erwartungshaltungen abzugleichen. Gleichzeitig stärkt es das Rollenbewusstsein der Beteiligten — jede Person weiß, was sie beitragen soll, welche Entscheidungen sie treffen darf und wo Schnittstellen zu anderen Rollen bestehen.
Inhalt des Rollentrainings
Ein Rollentraining umfasst die detaillierte Beschreibung der jeweiligen Rolle, ihrer Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnisse. Dazu gehören z. B. der Verantwortungsbereich des Product Owners in Bezug auf Vision, Priorisierung und Stakeholder-Management, die Moderations- und Coaching-Aufgaben des Scrum Masters sowie Führungs-, Planungs- und Steuerungsaufgaben klassischer Projektleiter. Ergänzend werden häufig Fallbeispiele, Simulationen oder Rollenspiele eingesetzt, um typische Projektsituationen realitätsnah zu trainieren und Rollenverhalten erfahrbar zu machen.
Randbedingungen
Das Rollen-Training sollte in der frühen Projektvorbereitungsphase stattfinden — idealerweise bevor das Projekt in die operative Umsetzung startet. Es richtet sich sowohl an Personen, die eine definierte Projektrolle übernehmen, als auch an Führungskräfte und Stakeholder, die mit diesen Rollen zusammenarbeiten. Wichtige Voraussetzungen sind Offenheit für klare Verantwortungszuweisung, Bereitschaft zur Reflexion des eigenen Rollenverständnisses sowie die Unterstützung durch das Management, Rollenstrukturen auch tatsächlich zu leben.
Wer führt das Training durch?
Rollen-Trainings werden häufig von internen Projektmanagement-Einheiten, PMOs, agilen Coaches oder externen Trainingsinstituten durchgeführt. Je nach Tiefe und Format variieren die Kosten — von kompakten Grundlagenworkshops bis hin zu zertifizierten Schulungen für spezifische Rollen (z. B. Scrum Master oder Product Owner Zertifizierungen).
Potenzielle Probleme
Probleme entstehen häufig dann, wenn Rollen nur auf dem Papier definiert, aber nicht gelebt werden — z. B. wenn Entscheidungsbefugnisse unklar bleiben oder Hierarchien das Rollenmodell übersteuern. Ebenso kritisch ist es, wenn mehrere Rollen dieselben Verantwortungen übernehmen oder niemand sich verantwortlich fühlt. Kein Sinn ergibt ein Rollentraining, wenn die Organisation nicht bereit ist, klare Zuständigkeiten zu akzeptieren oder weiterhin stark personenabhängig arbeitet — dann bleibt das Rollenmodell theoretisch und entfaltet keinen Nutzen in der Praxis.






