In welchem Rahmen kann ich Scrum an die Organisation anpassen?
- Stephan Bellmann
- vor 7 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Anpassungsfähigkeit von Scrum: Gestaltungsspielräume für Organisationen und Teams
Inhalt
📝Artikel: Was ist Scrum?
Einordnung
Scrum ist im Scrum Guide bewusst als Rahmenwerk (Framework) und nicht als vollständig definierte Methode beschrieben.
Das bedeutet:
Scrum gibt eine feste Struktur vor, lässt aber bewusst Raum für organisations- und teamspezifische Ausgestaltung. Anpassung ist dabei kein optionaler Zusatz, sondern ein zentrales Prinzip von Scrum selbst.
🎤 Interview: "Scrum oder Kanban - Studienanalyse und Praxiseinordnung mit Felix Huschka" - Felix Huschka
Scrum als festes Rahmenwerk
Der Scrum Guide definiert unveränderliche Kernelemente, die das Fundament von Scrum bilden:
Rollen: Product Owner, Scrum Master und Developer sind klar definiert und zwingend vorgesehen.
Ereignisse: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospektive sind verpflichtend.
Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog und Inkrement müssen vorhanden sein.
Timeboxing: Sprints haben eine feste Dauer (maximal ein Monat) und werden nicht verlängert.
Wer diese Elemente weglässt oder grundlegend verändert, nutzt laut Scrum Guide kein Scrum mehr, sondern etwas anderes.

Anpassung durch Empirie: Inspect & Adapt
Die Anpassung von Scrum an die Organisation erfolgt nicht durch das Auflösen der Struktur, sondern innerhalb des vorgegebenen Rahmens.
Grundlage dafür sind die drei Säulen der Empirie:
Transparenz: Arbeit, Fortschritt und Probleme sind für alle sichtbar.
Überprüfung (Inspection): Produkt und Prozess werden regelmäßig überprüft.
Anpassung (Adaptation): Auf Basis der Erkenntnisse werden gezielt Verbesserungen vorgenommen.
Diese Logik ist tief in Scrum verankert und sorgt dafür, dass sich Arbeitsweisen kontinuierlich weiterentwickeln.
📝Studien-Artikel: Scrum oder Kanban - welche Methode in welchem Kontext?
Wo findet die Anpassung konkret statt?
Der zentrale Ort für die organisations- und teamspezifische Anpassung ist die Sprint Retrospektive. Hier reflektiert das Scrum Team seine Zusammenarbeit, Werkzeuge, Schnittstellen und Arbeitspraktiken und vereinbart konkrete Verbesserungsmaßnahmen für den nächsten Sprint.
Auch in den anderen Ereignissen (z. B. Sprint Planning oder Daily Scrum) werden Arbeitsweisen laufend überprüft und feinjustiert.
Was ist denn nun anpassbar (Beispiele)
Anpassbar (das „Wie“ – die Praktiken):
Schätzverfahren: z. B. Story Points, T‑Shirt‑Größen oder No Estimates.
Visualisierung: physisches Board, digitale Tools oder hybride Lösungen.
Ablauf des Daily Scrum: klassische Fragen, „Walk the Board“ oder andere Fokussierungen.
Definition of Done: teamspezifische Qualitätskriterien je nach Produkt und Umfeld.
Retrospektivenformate: frei wählbare Methoden zur Reflexion und Verbesserung.
Der Scrum Guide ist hier bewusst „unvollständig“ und fordert Teams explizit dazu auf, eigene geeignete Praktiken zu entwickeln.
Abgrenzung zu Kanban
Im Unterschied zu Kanban wird in Scrum nicht der bestehende Prozess übernommen und schrittweise verändert. Scrum gibt einen klaren Ordnungsrahmen vor, innerhalb dessen sich Prozesse, Praktiken und Zusammenarbeit kontinuierlich an die Organisation anpassen.
Hybride Ansätze, die Elemente aus beiden Welten kombinieren, werden häufig unter dem Begriff Scrumban zusammengefasst.





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